13.11.2019

M&A-Experte optimistisch für Fusion von PSA und Fiat Chrysler, Dow Jones News, 13.11.2019

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Fusion der Autokonzerne PSA und Fiat Chrysler ist nach Einschätzung von Mergers & Acquisitions-Experte Christoph Schalast nur eine Frage der Zeit. Beide Seiten könnten von dem beabsichtigen Zusammenschluss profitieren, so Schalast von der Frankfurt School of Finance and Management. Zum Vorteil könnte sich der Deal, sofern die Unternehmen eine entsprechende bindende Vereinbarung unterzeichneten, auch für Opel werden.

Der Rüsselsheimer Traditionsautohersteller könnte als "starke Marke" neue Märkte erschließen, zum Beispiel über Chrysler den Sprung auf den US-Markt, so der Experte für Übernahmen und Fusionen von Unternehmen. Es gebe allerdings auch Risiken, wie der Wegfall von Arbeitsplätzen angesichts der großen Überkapazitäten bei Fiat in Italien, die zudem "sehr schwer" abzubauen seien. "Der Blick wird auf die vorhandenen Überkapazitäten bei Opel fokussiert", meint Schalast.

Die französische PSA-Gruppe und Fiat Chrysler hatten vor kurzem die Absicht zur Fusion zum weltweit viertgrößten Autokonzern angekündigt. Eine bindende Vereinbarung für den Deal fehlt bisher noch. Schalast zeigte sich optimistisch, dass der Deal letztlich zustande komme. "Ich halte das Gelingen der Fusion für wahrscheinlich", meint er vor allem wegen dem sich teils ergänzenden Portfolio der Unternehmen, der geographischen Präsenz und der Markenkultur. Zudem stünden offenbar mit dem französischen Staat und der Familie Agnelli zwei wichtige Player hinter dem Deal. Kartellrechtlich dürfte die Fusion klappen, es dürfte aber wohl mindestens zwölf Monate dauern, bis alle Genehmigungen vorliegen würden, so Schalast.

Im Rahmen der aktuellen Herausforderungen wie verschärften CO2-Vorgaben, Investitionen in E-Mobilität oder autonomes Fahren arbeiteten immer mehr Automobilhersteller zusammen. In erster Linie ginge es langfristig dabei jedoch nicht um die Produktion von Fahrzeugen selbst, sondern um ein umfassendes Angebot an Mobilitätsdienstleistungen. Dazu gehörten etwa Car-Sharing-Projekte oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge, fügte Schalast hinzu.